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Der Naturgarten - Ein kleines ökologisches Refugium
Wenn man dem natürlichen Verbreitungs- und Wachstumspotenzial pflanzlichen Lebens keine künstlichen Barrieren mehr in den Weg stellt, dann holt sich
die Natur mit bemerkenswertem Tempo das zurück, was der Mensch ihr einst nahm. Um diese These zu untermauern, kann man beispielsweise einen Blick in den Landschaftspark Duisburg Nord werfen. Wo einst das rußschwarze
Herz der Kohleindustrie mit flächendeckenden technischen Anlagen im ohrenbetäubenden Maschinentakt hämmerte, grünt und blüht es heute ungebremst und ungehindert. Diesen beeindruckenden Beweis für die Tatsache, dass
das Leben immer einen Weg findet, kann man auch im kleinen Maßstab vor der eigenen Terrassentür führen, indem man dort einen Naturgarten anlegt. Ökologischer Gartenbau unterscheidet sich von reinem Ziergartenbau
dadurch, dass nicht eine künstlich erzwungene und zwanghaft aufrecht erhaltene "grüne Optik" dominiert, sondern Pflanzen nach rein phytobiologischen Aspekten zu selektieren sind. Das bedeutet
beispielsweise, dass heimische Pflanzen ausgewählt werden, die an das am jeweiligen Gartenstandort typischer Weise vorherrschende Klima optimal angepasst sind. Dann erübrigt sich nämlich sowohl die künstliche
Düngung als auch die saisonal bedingte Standortverlagerung, denn beides hat im ökologischen Gartenbau nichts zu suchen.
Außerdem ist darauf zu achten, dass im Naturgarten Pflanzen benachbart werden, die auch in freier Wildbahn "Tischgenossen" sind. Auf diese
Weise kann sich ein stabiles kleines Ökosystem entwickeln, in welchem die Pflanzen die Gelegenheit haben, ihre ureigensten Schutzmechanismen, z.B. gegen Schädlingsbefall oder Krankheiten, zu entfalten. Somit
entfällt auch die Notwendigkeit einer künstlichen Schädlingsbekämpfung, die ebenfalls im ökologischen Gartenbau nichts verloren hat. Und wo keine Schädlinge mehr vergiftet werden, da bekommen willkommene Nützlinge
die Möglichkeit, sich dauerhaft einzuquartieren oder regelmäßig vorbeizuschauen. In diesem Stadium ist der Naturgarten nicht mehr nur ein behütetes Refugium für die Flora, sondern auch für die Fauna. Denn die
natürliche Ansiedelung nützlicher Insekten lockt auch bald frei lebende Insektenfresser wie z.B. Vögel an. Wer einen Sinn für unberührte, natürliche, frei entfaltete Schönheit hat, den wird der phantastische Anblick
des eigenen Naturgartens mit der möglichen Ästhetik praktizierter Nachhaltigkeit mehr als belohnen.
Alle Angaben ohne Gewähr
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