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Hirschtrüffeln
Hirschtrüffeln sind unterirdisch wachsende Pilzekörper, die ausgewachsen
etwa wie in Zimt gewälzte Marzipankugeln aussehen. Lateinisch handelt es sich um Elaphomyces. spec.. Es extisitieren in Deutschland etwa 15 verschiedene Arten von Hirschrüffeln. Die am weitesten Verbreitete Art ist
die warzige Hirschtrüffel, Elaphomyces granulatus. Am zweit häufigsten ist die netzartige oder kleinwarzige Hirschtrüffel Elaphomyces muricatus.
Hirschtrüffeln sind Mykorrhiza Pilze, die mit verschiedenen Baumarten eine
Symbiose eingehen. Allerdings sind die sichtbaren Hirschtrüffeln nur die Fruchtkörper des Pilzmycels, das ganzjährig wächst. Im Gegensatz zu den oberirdisch nur saisonal (insbesondere im Herbst) wachsenden
Fruchtkörpern anderer Pilzarten, wachsen die Fruchtkörper der Hirschtrüffel ganzjährig.
Hirschtrüffeln bestehen aus einer relativ harten, gummiartigen Rinde und sind im Reifezustand mit Sporen gefüllt. Die Rinde hat in der Regel eine warzenähnliche
Struktur und ist hellbraun. Farbe und Konsistenz des Sporenmaterials variieren mit dem Reifegrad der Trüffel. Die zunächst hellgraue feste Masse im Inneren färbt sich mit zunehmender Reife immer dunkler. Vollreif
ist die Trüffel innen locker, pulverig und tief violett.
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Abb. 1: Freigelegte Hirschtrüffel (Elaphomyces granulatus) in 8 cm Bodentiefe, Probefläche B1,
Die mittlere Tiefe, in der die 82
Aufsammlungen von Hirschtrüffeln gefunden wurden betrug 5 cm, wobei sich die Trüffeln zwischen 1 cm und 16 cm Bodentiefe, sowohl in der Humusauflage als auch im Mineralhorizont befanden.
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Abb. 2: Hirschtrüffel (Elaphomyces granulatus) auf Moos
Die Trüffel hat eine feinwarzige bis gekörnte, helle Peridie von 2-4 mm Dicke und zeigt im Reifezustand eine pulvriger schwarzer Sporenmasse.
Die Fruchtkörper sind rundlich, hell- bis rostbraun, von 1 bis 5 cm Größe, mit einer Masse von maximal 18 g.
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Wildschweine sind in einigen Teilen von Deutschland auch 2003 noch fast so hoch mit Cs-137 kontaminiert, wie unmittelbar nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl (s. Cs-137 in Wildtieren).
Hirschtrüffel werden gern von Wildschweinen gefressen und enthalten mit Abstand die höchsten
Cs-137 Aktivitäten im Vergleich zu den Nahrungskomponenten dieser Tierart. Sie stehen deshalb im Verdacht die relativ hohen Cs-137 Kontaminationen (mit) zu verursachen.
Die Verteilung der Cs-137 Aktivität im Fruchtkörper einer Hirschtrüffel wurde mit einem Phosphor
Imager (Fa. Raytest) ermittelt. Dabei wird die Aktivitätsverteilung in ein farbintensives Bild umgesetzt. Zu diesem Zweck wurde eine 2 mm dicke Scheibe aus der Mitte einer Hirschtrüffel
geschnitten und für 24 Stunden auf einem Phosphor Imager exponiert (Abbildung 6).
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Abb. 6: "photostimulated luminescence" Bild der Cs-137 Verteilung einer 2 mm dicken Scheibe einer Hirschtrüffel (linkes Bild) und der reinen Sporenmasse
(rechtes Bild) durch einen Phosphor Imager (Erklärungen siehe Text)
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Das Messprinzip beruht auf der Anregung von Phosphor Atomen (P-32) durch radioaktive Strahlung, in diesem Fall überwiegend Cs-137 („photostimulated luminescence“ PSL).
Auf dem linken Bild ist das "photostimulated luminescence" Bild der ganzen Scheibe Hirschtrüffel zu sehen. Dabei entspricht die Fläche zwischen den mit 1 bzw. 2 bezeichneten Linien der Rinde. Die
rechte Abbildung zeigt eine Scheibe von derselben Hirschtrüffel, ohne Rinde. Es ist deutlich zu sehen, dass die höchste Aktivität in der Rinde ist (orange Farbbelegung), die Sporenmasse im
Inneren enthält deutlich weniger Cs-137 (rechte Abbildung). Das Farbmuster außerhalb der Rinde kommt durch Streustrahlung zu Stande. Die Cs-137 Aktivität dieser Hirschtrüffel (Gewicht 11 g)
wurde zusätzlich im Bohrlochdetektor bestimmt. Die Rinde enthielt 17.560 Bq Cs-137/kg (Frischgewicht), die Sporenmasse 2.050 Bq/kg.
Die Arbeiten wurden mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit finanziert. Der Text gibt die Auffassung und Meinung des Auftragnehmers
wieder und muss nicht mit der des Bundesumweltministeriums übereinstimmen.
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